Yvonnes Reisen

What a wonderful world!

Innere und äußere Ölung

Eine Panchakarma beruhigt den Geist und entgiftet den Körper. Zweimal habe ich diese ayurvedische Kur schon praktiziert, einmal bereits hier im Surya Lanka. Und so schien es in der Vorbereitung der Reise nur folgerichtig, meinen Neubeginn mit einer solchen Reinigung – physisch und psychisch – zu beginnen.
Das Universum meinte es einmal mehr mit mir gut und auf meine wirklich sehr kurzfristige Anfrage. bekam ich tatsächlich noch das Zimmer in diesem sehr authentischen und kleinen Ayurveda-Resort im Süden der Insel.

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Nach einer unruhigen Nacht in meinem Rückzugsraum der kommenden zwei Wochen wache ich früh am Freitag morgen auf. Zumindest mein Körper, meine Seele ist noch nicht wirklich angekommen. Ich lasse den Koffer noch unausgepackt  und begebe mich zuerst zum Frühstück. Wie wunderschön es hier doch ist. Die Tische des Restaurants stehen auf dem grünen Rasen des gepflegten Gartens. Ich bekomme den besten Platz und sehe direkt durch die schmale in das Grün der Sträucher geschlagene Schneise den hellen Strand und das brandende Meer. Nach der Theorie des Resorts sollte möglichst jeder an der Kur teilnehmende Gast in der Stille mit sich selbst sein. Die Holztische mit den bunten Tischdecken wurden zwar gegen moderne Rattanmöbel ausgetauscht, das Prinzip aber ist das gleiche wie vor drei Jahren – ich sitze also zunächst allein und mache mich auch erst einmal unsichtbar für die Anderen – brauche die Zeit für mich.

Der Kellner serviert mir das obligatorische Frühstück: Suppe, Rottis (rundes Brot aus Reismehl und Kokosflocken gebacken), Obst und Kokoswasser türmt er vor mir auf und stutzt dann kurz.
„Sie waren schon mal hier“ – stellt er fest und als ich dies bestätige, ergänzt er, Weihnachten vor drei Jahren, wir haben zusammen Fotos gemacht. Ich erinnere mich an den schönen Weihnachtsabend und bin ein wenig gerührt. Überhaupt gibt es wenig Personalwechsel und tatsächlich erkennen mich einige von ihnen wieder.

Das besagte Foto aus Dezember 2013

Das besagte Foto aus Dezember 2013

Es bleibt wenig Zeit zum grübeln. Die Behandlungstermine für den heutigen Tag habe ich gestern Abend schon erhalten. die Uhrzeit für die Arztkonsultation auch. Hier im Treatmentbereich erkenne ich fast alle Therapeuten wieder und die Form der Behandlung auch. Ayureda ist kein Wellness, stelle ich einmal mehr fest. Die Massagen sollen entgiftend wirken, entsprechend kräftig müssen sie sein. Meine Haare werden mit viel Öl zerzaust, der Körper durchgewalkt und der Abschluss erfolgt im Schwitzbad – auch hier hat sich nichts verändert. Große Holzkästen von unten beheizt, in denen die Patienten verschwinden, nur der Kopf schaut raus, kommen hier zum Einsatz . Die Deckel sind schwer und die Angst, dass die zarten Therapeutinnen ihn nicht halten können und aus dem Schwitzkasten ganz schnell eine Guillotine wird, ist groß, aber unberechtigt.

Die Ärztin hat tatsächlich noch die Unterlagen von vor drei Jahren. Der Therapieplan wird festgelegt – morgen beginnt die innere Ölung – an drei Tagen hintereinander gibt es statt Frühstück ein Schnapsglas voll Sesamöl – dies löst die Schlacken und nebenbei – schmeckt gruselig.

Den Rest des Tages verschlafe ich – zumeist im Schutz meines Zimmers. Der Strand und der Ozean scheinen noch viel zu hell und zu laut und zu heiß und überhaupt. Nur bis zur Schneise wage ich mich, luge einmal durch und denke mir: morgen, morgen ist auch noch ein Tag.

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So vergeht der Freitag, der Samstag ähnelt dem Vortag. Behandlungen , schlafen, lesen, essen, allein sein und eigentlich noch so gar nichts genießen. Ich bin überrascht und auch ein wenig geschockt, wie lethargisch ich bin. Die Veränderungen der letzten Monate zehren an mir. In den Nächten liege ich wach, grüble, in den Schlafphasen quälen mich Albträume. Nur meine innere Zuversicht murmelt mir leise zu, es wird bald besser werden.

Am Sonntag ist ein Halbtagesausflug nach Galle geplant, Ich erinnere mich von unserer Rundreise vor 20 Jahren ein wenig an diese sehr geschichtsträchtige Stadt, deren ganze Strassenzüge noch so aussehen wie zur Besetzung durch die Holländer. Das Fort gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist absolut eine Besichtigung wert.
Ob ich dort der Lethargie entfliehen kann – Fortsetzung folgt 🙂

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Mein Weihnachtslicht

  1. Meine Lieblingsschwägerin,

    auf diesem Wege wünsche ich Dir ein besinnliches Weihnachten. Unabhängig davon, ob ein Weihnachtsbaum das Zimmer erleuchtet oder eine Weihnachtsmusik den Raum erfüllt, ist die Weihnachtszeit für mich die Zeit der Besinnung. In diesen Tagen gehen die Menschen besonders liebevoll miteinander um. Auch wenn uns die schrecklichen Meldungen aus Berlin bestürzen, so hält uns das nicht davon ab, an den Frieden und die Liebe zu glauben.

    Ja, der Glaube ist das Fundament unseres Wachsens und Werdens. Die Gedanken erschaffen die Realität. Den Beweis finden wir in der Quantenphysik.
    Den Gedanken aber die richtige Richtung zu geben, bedarf unserem Willen und unserem Vermögen, in uns selbst hinein zuhören.

    Ich glaube Du befindest Dich mit Deiner Reise auf dem richtigen Weg. Zur Ruhe kommen, den Gedankensturm Einhalt gebieten, die Zeit zum Stehen bringen und die unendlichen Weiten und Möglichkeiten des Universums durch Meditation sind die grundlegenden Wege zur Selbsterkenntnis. Nur in uns erfahren wir Gott. Nur in uns erfahren wir, welche Bestimmung wir in diesem materiellen Leben haben.

    Wenn wir wieder gelernt haben, mit unserem Herzen die lebensbejahenden Entscheidungen zu treffen, dann finden wir den Weg, der uns vorbestimmt ist.

    In dem Du Deine Talente entdeckst, mit denen Du aus ganzem Herzen anderen Menschen etwas geben kannst und ihnen auf dem Weg zur universellen Liebe führst, hast Du Deine Bestimmung gefunden.

    Vertraue Dir und Du vertraust Gott. (Universum)
    Wir leben in einer Matrix, die nur wir selbst gestalten können.
    Das ist unser Weg.

    Liebe Grüße
    Matthias

  2. Gerd

    Liebe Yvonne

    Beinahe bin ich geneigt zu schreiben, „Hab ich mir doch gedacht, dass Du nicht allein bist“. Losgelöst davon ist dies wunderbar.

    Nicht nur für diese Reise gilt Dir meine Bewunderung, wieder und wieder warme und herzliche Beziehungen zu Menschen zu knüpfen. Das Dich im Surya Lanka „alte“ Bekannte erneut herzlich und mit Wiedersehensfreude begrüßen, ist ein Beleg mehr dafür. Mit Blick auf den Horizont Deiner Zukunft ist dies wohl ein wertvolles Pfund des Optimismus.

    Mir kommt noch ein Gedanke zu den Bildern. Zweifelsfrei als Interpretation verstehbar, können die so ganz anderen Weihnachtsbäume vor dem blauen Horizont als ein Omen für die kommenden Jahre sein. Da ist viel Licht und Kraft der Natur.

    Fröhliche Grüße sendet Dir
    Gerd

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