Yvonnes Reisen

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Kategorie: Tagebuchsplitter

Mein Schreibtisch am Meer – und wieder ein Jahresrückblick

Am Mittwoch bin ich umgezogen in ein Appartement ans Meer.
Zwischen zwei Bananenplantagen, am Ende einer Schotterpiste, bei der man, wenn man nicht aufpasst, direkt mit dem Auto im Meer landet, steht das weiße Haus. Zehn sehr kleine, schlichte Wohneinheiten birgt es. Eine Palme schmiegt sich dicht an die Hausmauer. Der Atlantik bricht sich unterhalb an den schroffen Felsen.

Meinen mobilen Schreibtisch habe ich so aufgestellt, dass mein Blick auf das Meer fällt, wenn ich ihn vom Laptop abwende. Heute vor einem Jahr hatte ich den Laptop mit Blick auf den Indischen Ozean aufgeklappt – der Inbegriff des Glücks für mich: einen Energieort am Meer zum Schreiben.

Und schon wieder ist es Zeit für einen Jahresrückblick. 2017 war nicht nur eines der intensivsten und spannendsten Jahre sondern auch eines, das für mich ganz besonders schnell vergangen ist.

Meine persönliche Rückschau auf dieses Jahr ist lang geworden, acht Seiten handschriftlich vollgekritzelt liegen vor mir. Es war das Jahr der „ersten Male“, mein „Ich geh-über–Grenzen-Jahr, in dem ich nicht nur in meinen Ausbildungen etwas gelernt habe, sondern weit darüber hinaus viel über mich erfahren habe. „Wer bin ich, wenn keiner zuguckt?“ Wie habe ich mich verändert?

Gar nicht so einfach, aus der Vielzahl der Erfahrungen, die wichtigsten Erkenntnisse zusammenzufassen

1. Freiheit will trainiert werden.
Sie ist nicht einfach nur da, sie will auch gesehen und gelebt werden. Es war gar nicht so einfach ein „Ich würde gern einmal“ in ein „Ich mach es jetzt einfach“ zu verwandeln. Mir selbst die Erlaubnis zu geben, viele Dinge auszuprobieren und mich nicht für eine Sache entscheiden zu müssen, war tatsächlich ein echter Lernprozess für mich.

2. „Es gibt keine Wahrheit, sondern nur Wirklichkeitskonstruktionen“
– diese These der systemischen Konstruktivisten hat mein Leben verändert. Das Wissen darüber, dass wir alle unsere eigenen Filme im Kopf haben, die nur unserer eigenen Wahrnehmung entsprechen und es damit kein Richtig und kein Falsch gibt, hat für mich vieles vereinfacht. Nicht nur im Miteinander, sondern auch im Umgang mit mir selbst. Den Blickwinkel zu verändern, wenn der Ausschnitt nicht passt, entspannt mich immer mehr.

3. Vertrauen in mich selbst und in meine Entscheidungen  haben.
Nachdem es am Anfang des Jahres noch ein „Weg von …“ war, wurde mir schnell klar, dass es viel mehr ein „Hin zu“ ist. Hin dazu, auch andere Menschen zu inspirieren, ihrem eigenen Weg zu folgen und sie dabei dann zu unterstützen. Das Handwerkszeug dazu habe ich in den verschiedenen Ausbildungen erlernt. Meine Erfüllung habe ich dabei gefunden, dass Gelernte auch anzuwenden und gemixt mit meiner Lebenserfahrung und Intuition als Coach und Trainerin meine ersten Schritte in die Selbständigkeit zu gehen.

4. Ganz bei mir selbst im „Jetzt“ zu sein.
Mein im Herbst besuchtes ZEN-Einführungsseminar wirkt nachhaltig nach. Sicher ist es wichtig und notwendig, Erkenntnisse aus der Vergangenheit zu ziehen und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Gleichzeitig ist es der Moment, in dem wir leben, der so kostbar ist. Die pure Präsenz aus der wir Energie tanken, bewußt sind und ganz bei dem sind, was wir gerade tun.

5. Dankbar für Familie und Freundschaft zu sein.
Nur im Austausch miteinander wachsen wir. Dies ist mir in diesem Jahr besonders bewußt geworden und so bin ich glücklich über all die Menschen, die mein Leben bereichern. Glücklich über all die Gespräche, die Diskussionen, die Momente, in denen wir uns aneinander gerieben haben und die Momente, in denen wir einander einfach nur zugehört haben und für einander da waren. Vielen Dank, dass es euch gibt.

6. Dinge mit eigenen Augen sehen, um sie zu verstehen.
Die wichtigste Reise im außen war für mich in diesem Jahr mein Besuch im Heiligen Land. Tatsächlich war es mir im Vorfeld ein wenig mulmig, allein nach Tel Aviv und Jerusalem zu reisen. Heute bin ich für diese Entscheidung sehr dankbar. Nicht nur, weil die Kultur, die Mentalität der Menschen, die unterschiedlichen Religionen und die einzigartige Landschaft so beeindruckend sind, sondern insbesondere, weil ich nun einen eigenen Eindruck davon habe, was ich bisher nur aus Berichterstattungen kannte. Sicher war es nur eine Momentaufnahme, die gleichzeitig für mich so wichtig ist. Ich erinnere mich an Sami aus Jerusalem, den ich fragte: „Was erzähle ich denn meinen Freunden zu Hause über das Heilige Land“ und er mir antworte: „Erzähl ihnen, was du hier gesehen hast und lade sie dazu ein, sich ein eigenes Bild zu machen“.

7. Meine Lust am Reisen mit der Lust am Erzählen verknüpfen.
Zugegebenermaßen ist diese Erkenntnis nicht neu. Doch ist einiges in diesem Jahr dazugekommen, meine Beiträge für den Newsletter von „Big five for life“ zum Beispiel. Gerade bauen wir einen Gastblog für den Connoisseur Circle auf, in dem ich über meine Reisen berichten werde. Und ab 8. Januar wird ein Podcast an den Start gehen „Ich mach’s jetzt einfach“, in dem ich Mut machen möchte, in die eigenen Kraft zu vertrauen und Träume in die Tat umzusetzen.

Damit habe ich schon den Bogen geschlagen ins nächste Jahr, das nur noch einige Stunden entfernt ist. Ich freu mich schon riesig darauf. Ab Ende Januar geht es für einige Monate auf Weltreise – wohin genau, davon werdet ihr hier lesen ☺

Ich wünsche uns allen einen wunderbaren Start in ein großartiges 2018, in dem wir uns mutig unsere Träume erfüllen.

Eure Yvonne

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Tagebuchsplitter – Von der Kunst des Perspektivenwechsels

Julia Cameron – Autorin und Kreativitätstrainerin – empfiehlt, jeden Morgen drei  A4 -Seiten zu schreiben. Der ideale Start in den Tag, die Gedanken einfach fließen zu lassen, Drei Seiten um zu ordnen, zu reflektieren, aufzuarbeiten und vor allem auch loszulassen. Danach ist der Kopf frei für neue Eindrücke, Erfahrungen und Inspirationen. Die Seiten werden nicht zensiert, auch nie wieder gelesen, dienen ausschließlich dazu, Klarheit zu gewinnen.
Seit ungefähr einem Monat praktiziere ich das „Morgenseiten schreiben“. Es ist meine Form der Meditation und fast bin ich schon ein wenig süchtig nach meinem morgendlichen Ritual.

Dass ich euch heute an meinen Morgenseiten teilhaben lassen möchte, liegt einfach daran, dass die vergangene Woche so tief, so intensiv, so bereichernd und beflügelnd für mich war, das ich mein Glücksgefühl gern teilen möchte.

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Kein Häkchen auf der To-do-Liste – na und?

Fast sechs Wochen ist es her, dass mein Flieger aus Sri Lanka wieder im deutschen Winter gelandet ist.
Viel Zeit also zum ankommen, neue Wege finden, strukturieren, Pläne umsetzen?
Auf jeden Fall … vielleicht … ein wenig … oder doch eher nicht?

Eine Freundin schrieb mir gestern nachmittag : „Was machst du?“ und hat vermutlich nicht im geringsten geahnt, welche Lawine in meinem Inneren sie damit ausgelöst hat. Denn genau zum gleichen Zeitpunkt habe ich mir diese Frage auch gestellt und darüber nachgedacht, wie „wenig ich an dem Tag bisher geschafft habe“. Stimmt das wirklich und wer legt das eigentlich fest?

Zeit für eine kurze Reflektion :

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Ein ganz persönlicher Jahresrückblick

Schaltjahre bringen Unglück mit sich, heißt es. Die Anzahl der in diesem Jahr verstorbenen Persönlichkeiten, politische und wirtschaftliche Geschehnisse und insbesondere auch den Terror in der Welt und nun auch ganz in unserer Nähe betrachtet , könnte man diesem Aberglauben in 2016 Gehör schenken.
Ich überlege, ob dies wohl auch für mein ganz persönliches 2016 zutrifft.

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