Yvonnes Reisen

What a wonderful world!

Kategorie: Allgemein (Seite 2 von 4)

Kambodscha – Erinnerungen, die für immer bleiben

Bye, bye Kambodscha. 10 Tage sind vergangen, seit ich von Singapur nach Kambodscha gereist bin. Ich sitze auf dem Beifahrersitz eines Mini-Vans – hinter mir sechs schlafende Backpacker-Jungs. Wir sind auf dem Weg von Siem Reap auf die Insel Don Det in Laos.
Nein, Laos liegt nicht am Meer, doch an der Grenze zwischen Kambodscha und Laos verzweigt sich der Mekong so sehr, dass die Landschaft dort „4000 Inseln“ genannt wird und auf eine davon bin ich unterwegs. Sechs von acht Fahrtstunden liegen noch vor uns. Reichlich Zeit, um in meinen Gedanken zurückzuwandern …

weiterlesen

Singapur – mehr als nur ein Stopp over

Im Flieger nach Phnom Penh sitzend, wandern meine Gedanken zurück. Kaum kann ich glauben, dass es erst vier Tage her ist, dass ich Sri Lanka verlassen habe …

weiterlesen

Adams Peak – dem Paradies so nah

Als Gott Adam und Eva aus dem Paradies verstieß, sei dies der Ort gewesen, an dem Adam das erste mal die Erde betrat, so sagen es die Muslime.

weiterlesen

I’m not lost …

… I am exploring.  Live is an adventure worth enjoying …
Unentwegt geht mir der Songtext von Jana Stanfield durch den Kopf, während ich durch die Teefelder von Hatton streife.
Unbeschreiblich schön ist die Landschaft
Keines meiner Fotos wird dem Anblick gerecht.

weiterlesen

Echter Zimt wächst nur in Sri Lanka

In meiner dritten Woche in der Singharaja Garden AGRO & Eco Lodge dreht sich fast alles um die Öko-Farm. Ich tauche ein in die Welt der Gewürze und des Wildkaffes und bin gleichzeitig fasziniert von der Vielseitigkeit und ehrfürchtig gegenüber der Arbeit, die notwendig ist, bevor die Ware verschifft wird.

weiterlesen

Wundervolle Natur in Yattapatha

Sonnenstrahlen lassen die Tropfen auf den Palmenblättern funkeln.  Seit einigen Tagen macht der Regenwald seinem Namen alle Ehre. Jeden Nachmittag schüttet es ein paar Stunden wie aus Kübeln  Der Regen wird dringend gebraucht und hinterlässt ein saftiges Grün.

weiterlesen

Tagebuch einer Praktikantin

Genau vor einer Woche bin ich in der Singharaja Garden Eco Lodge angekommen. Ich kann gar nicht genau sagen, ob die Zeit für mich kurz oder lang war. Auf der einen Seite ist sie wie im Flug vergangen, andererseits habe ich den Eindruck, schon ewig hier zu sein.

 

weiterlesen

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt

„Letzter Aufruf für Frau Yvonne Simon gebucht auf den Lufthansa-Flug nach Frankfurt. Bitte begeben Sie sich umgehend zum Ausgang 24.“
Fast hätte ich ihn verpasst, den Start zu meiner Weltreise und dass, obwohl ich länger als ein Jahr genau auf diesen Tag zugearbeitet habe.

Schnell raffe ich meine Sachen zusammen, die ich auf dem Platz im Wartebereich neben mir ausgebreitet habe und stürze los. Verliere unterwegs meine Dokumententasche und noch während ich sie wieder auflese, höre ich meinen Namen ein zweite Mal durch die Lautsprecheranlage.

Als Letzte von nur 80 Passagieren auf dem Flug von Leipzig nach Frankfurt gehe ich leicht beschämt an Bord und lasse mich auf meinen Sitz fallen.

Mein Gedankenkarussell kreist unaufhörlich um die letzen zwei Wochen seit meiner Rückkehr aus La Palma, die randvoll angefüllt waren mit vielen bewegenden Momenten, Ereignissen und den Vorbereitungen für die Reise:

Genau getimt sind alle Punkte meiner „Laufliste“ erledigt. Zwei Stunden Zeit bis zur Abfahrt zum Flughafen habe ich noch, als ich das erste Mal entspannt aufatme… dabei fällt im Bad mein Blick eher zufällig auf das Abflussrohr des Waschbeckens und auf den feinen Wasserstrahl, der bereits eine Pfütze auf dem Boden gebildet hat. Oh nein – nicht ausgerechnet jetzt schießt es mir durch den Kopf, während ich bereits in Lösungen denke. Gottseidank wird mein Hilferuf schnell erhört. Nur noch eine Stunde bis zur Abfahrt…

Auf dem Weg zum Flughafen wird mir erstmalig bewusst, dass ich mehr als vier Monate unterwegs sein werde. Einen Moment lang ziept ein ungewisses Gefühl in mir – eine letzte herzliche Umarmung mit meiner Schwester und meinem Schwager und dann gehts los …

Die Angestellte am Check In-Schalter in Leipzig schüttelt mit dem Kopf. Von Frankfurt nach Colombo über Neu-Delhi mit Air India – den Rucksack kann sie leider nicht durchchecken. Ich rede solange auf sie ein – die Umsteigezeit in Frankfurt ist viel zu knapp für einen erneuten Check in – bis sie eine Lösung findet und ich meinen Gepäckabschnitt bis zu meiner Final Destination in der Hand halte. Hoffentlich rollt der Rucksack morgen Nachmittag wirklich in Sri Lanka vom Band …

Erschöpft lasse ich mich im Wartebereich auf den nächsten freien Platz fallen, träume vor mich hin, bis zu „Letzter Aufruf für Frau Yvonne Simon“.

Doch dann ist das Universum schnell wieder an meiner Seite. Reine Flugzeit nach Frankfurt 35 Minuten, ich tippe auf Bestzeit – schneller geht es wirklich nicht Rennend wechsle ich das Terminal, komme völlig ausser Atem am Gate von Air India an, halte wenige Minuten spöter meine beiden Tickets in der Hand, als auch schon das Boarding beginnt.
Die nagelneue Boing hat den schönen Namen „Dreamliner“. Überpünktlich startet sie in die Nacht und noch bevor wir unserer Reiseflughöhe erreicht haben, bin ich auch schon eingeschlafen.

Fünf Flugstunden und 4 1/2 Stunden Zeitverschiebung spöter weckt mich die Guten Morgen Durchsage der Crew. Zeit für ein kleines Frühstück, dann kreisen wir schon über Neu Delhi. Aus der Luft sehe ich eine sechsspurige Autobahn und ein endlos scheinendes Häusermeer. Über allem liegt eine leichte Nebelglocke. Ich höre in mich hinein, ob ich Bedauern spüre, dass Indien nicht auf meiner Reiseroute liegt und entscheide mich für ein klares Nein. Die Zeit für Indien ist noch nicht reif.

Der Flughafen von Neu Delhi ist angenehm ruhig und entspannt. Mein Wunsch nach einem guten Milchkaffee wird an der Bar von Costa Coffee schnell erfüllt. Lederliegen laden zum ausruhen ein, die zwei Stunden Aufenthalt vergehen schnell bis zum nächsten „Ready for take off“.

 

Nun steigt auch die Vorfreude in mir auf, das Kribbeln im Bauch, das sich vor jeder Reise in mir einstellt. Und diesmal natürlich besonders, vier lange Monate liegen vor mir.
Seit vielen Jahren ist es ein Traum von mir, einmal um die Welt zu fliegen.
Das Abflugdatum habe ich schon vor mehr als einem Jahr fixiert. Drei Tage nach Ausbildungsende zum systemischen Coach wollte ich starten – ursprünglich für ein Jahr. Als mir das dann doch zu lang erschien, habe ich es gedanklich auf sechs Monate gekürzt. Dann kamen die ersten Aufträge in meiner Selbstständigkeit und gedanklich kippte ich die Reise komplett.
Doch das Fernweh blieb und wenn nicht jetzt wann dann?

Die Entscheidung für nun vier Monate fühlt sich stimmig an.
Mit Edna und Alfons hatte ich schon Anfang letzten Jahres besprochen, den ersten Monat in ihrer Eco-Lodge am Rande des Singharaja Regenwald verbringen. Als Volontärin habe ich die einmalige Gelegenheit, nicht nur Einblick in die Arbeit Öko-Arbeit der Lodge zu erhalten und in der Biolandwirtschaft mitzuarbeiten, sondern vor allem mehr über die Menschen hier und dieses wunderbare Land zu erfahren.

Für die letzten Tage in Sri Lanka habe ich mir eine besondere Herausforderung vorgenommen – den Aufstieg auf den Adams Peak, heiliger Berg für Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen. Es gibt nur wenige Orte, die für die Gläubigen von vier Weltreligionen heilig sind, der Adams Peak gehört dazu.

5200 Stufen sind es bis zum Gipfel, für mich nicht nur physisch herausfordernd, sondern auch mental, wenn ich an den Abstieg denke. Und gleichzeitig weiß ich, wenn ich diese Herausforderung meistere, wird mich die Energie die ganze Reise begleiten.

Das ist auch der rote Faden meiner Route: die Energie zu spüren, die von den Kraftorten ausgeht, die ich besuchen möchte. Noch steht der Plan nur in meinem Kopf fest, denn ich möchte es fließen lassen. Spontan entscheiden, wie lange ich an welchem Ort bleibe. Das Reisen in vollen Zügen genießen. Mich fasziniert die Kultur der Länder, die Religionen, das uralte Wissen und vor allem die Menschen, die mir unterwegs begegnen werden.

Und so geht es von Sri Lanka aus weiter nach Laos.
Auf dem Landweg überquere ich die Grenze zu Kambodscha.
Angkor Wat steht auf meiner gedanklichen Wunschliste, die Tempelanlage, die mit seinen 200 einzelnen Tempeln als 8. Weltwunder und gleichzeitig als ein magischer Kraftorten gilt.
Vielleicht von dort aus auf dem Mekong gemächlich mit dem Schiff in die quirlige Hauptstadt Phnom Penh.

Nächste Traumstation ist Australien. Zunächst in den Norden nach Darwin, um dann in der Mitte des Kontinentes die Kraft des Ulurus (Ayers Rock), dem heiligen Ort der Aborigines zu spüren. Weiter geht es nach Melbourne und von dort aus nach Tasmanien. Von Sydney aus führt mich meine Reise-Wunschliste nach Neuseeland. Start wird in Auckland sein, mit dem Ziel, hoch im Norden Cape Reinga, einen der Kraftorte der Maoris zu erleben.

Vielleicht geht es dann weiter nach Peru, zum Machu Pichu und zur Kultur der Inkas.

Big Island, Hawaii und die Kraft der Vulkane steht noch auf meinem Wunsch-Reisezettel. Am Ende dann New York, der Stadt, in der die Energie nur so pulsiert.

Am 18. Mai sticht in Wilmington, North Carolina die „Independent Voyager“ in See. Das Frachtschiff, das mich in 11 Tagen über den Atlantik zurück nach Europa bringen wird. Zugegeben – ein recht ungewöhnliches Fortbewegungsmittel für meine Heimreise und gleichzeitig das genau richtige, um die Reise noch einmal auf mich wirken zu lassen. Vielleicht ist sogar genügend Zeit, um mir selbst einen großen Wunsch zu erfüllen – ein eigenes Buch zu schreiben.

Apropos schreiben … Ich bin sehr glücklich, diese Reise nicht nur in meinem Blog festzuhalten, sondern auch unter der sehr passenden Rubrik. „Around the World“ für den Blog des Reisemagazins Connoisseur Circle schreiben zu dürfen.

Seit zwei Wochen probiere ich mich auch in einem für mich ganz neuen Medium aus. Am 13. Januar ging mein erster Podcast „Ich mach‘s jetzt einfach“ an den Start. Hier bin ich „Mutmacherin“, für alle diejenigen, die noch zögern, sich ihre Herzenswünsche zu erfüllen. Der Mut zum ersten Schritt.

Ich geh ihn gerade einmal wieder, meinen „nächsten ersten Schritt“, um mich und die Welt zu entdecken und ich freu mich so sehr, dass ihr mich dabei begleitet.

 

 

 

 


Abonnieren

Noch einmal La Palma oder Glück ist leicht …

Eigentlich, ja eigentlich hatte ich mir so gedacht, dass ich mit dem Jahresrückblick am Silvester-Tag meinen La-Palma-Blog abschließe. Doch heute morgen – bei einem Kaffee an meinem heimischen Schreibtisch und den Blick in den grauen wolkenverhangenen Himmel, wandern meine Gedanken noch einmal zurück zu meinen letzten Erlebnissen und Eindrücken. Die Insel ist einfach zu schön und zu vielseitig, um nicht noch einmal darüber zu schreiben …

Da fällt mir als erstes mein lichtdurchflutetes Atlantikbad ein. Nachdem ich den letztzen Blogartikel online gestellt habe, steht mir der Sinn nach Strand und Meer. Ganz in meiner Nähe befindet sich der Charco Verde. Felswände überragen den schwarzen Naturstrand. In einer kleinen Bucht schlagen die Wellen sanft an den Strand.

Fasziniert sehe ich, wie die Sonnenstrahlen den Atlantik in ein Lichtermeer verwandelt.
Und obwohl das Wasser doch recht frisch ist, zieht es mich magisch an. Schwimmen im strahlenden Licht – es ist also ob ich von einem wunderbaren 2017 in ein genauso intensives,  aufregendes, inspirierendes 2018 hinübergleite – mein ganz persönlicher Jahresübergang – schöner kann es nicht werden.

Und so bin ich auch überhaupt nicht traurig, dass in Puerto Naos heute schon 19 Uhr alle Restaurants schließen , denn hier ist Silvester ein wichtiger Feiertag, den man im Kreise seiner Familie verbringt . So plündere ich die Vorräte in meinem Kühlschrank und köpfe die Flasche Cava, die der Besitzer heute Vormittag vorbeigebracht hat. Glück ist leicht.

Am nächsten Morgen ist das Wetter viel zu schön, um nicht noch einen Ausflug zu machen. Der Himmel ist tiefblau und es weht ein leichter Wind, als ich Richtung Nationalpark Caldera de Taburiente losfahre. Der Reiseführer verspricht den wohl schönsten Blick der Insel. Mein Plan, noch einmal der Route weiterer Vulkane zu folgen…

Unterwegs stelle ich fest, dass ich sowohl meine Papiere als auch mein Geld vergessen habe. Zum Umkehren ist es zu weit – also Risiko. Das Schild „ocupado“ an der Auffahrt zum Cumbrecita ignoriere ich geflissentlich, bis ich tatsächlich an einer Schranke angehalten werde. Der kleine Parkplatz auf dem Gipfel, auf dem der Wanderweg startet ist besetzt. Theoretisch könnte ich eine Nummer ziehen und warten. Spontan entscheide ich, wenn ich nicht hinfahren kann, dann laufe ich eben hoch … Das Auto abgestellt und den Schildern gefolgt. Sanft geht es zunächst einen Waldweg nach oben…

…dann beginnt die Kletterei. Es ist schweißtreibend und ich teile mir mein Wasser unterwegs sorgsam ein. Der Weg ist herausfordernd, steinig und schmal – an Höhenangst sollte man hier möglichst nicht leiden – und gleichzeitig ist es ein Fest für die Sinne. Die steilen Felsen der Cumbrecita sind bewachsen mit unzähligen Pinien, deren lichtes Grün in der Sonne leuchtet und mich mit Energie füllt. Die heruntergefallenen Piniennadeln fühlen sich an, als ob ich auf einem weichen Teppich laufe und der Duft der warmen Luft erinnert mich an eine finnische Sauna

– und auch hier kommt mir in den Sinn: „Glück ist leicht“ –und eigentlich nicht mehr zu toppen, bis ich auf dem Gipfel ankomme – das Panorama ist unbeschreiblich …


Schmunzelnd bleibe ich an einem Hinweisschild zu meiner soeben beendeten Wanderung stehen: Zu den Fakten: 7 Kilometer Länge und 673 Höhenmeter steht da noch der Hinweis, dass man den steilen Weg nur in Begleitung, mit Bergstiefeln und mit genügend Wasser im Gepäck absolvieren sollte – naja, geht auch anders ☺

Zurück laufe ich die in Serpentinen verlaufende Landstrasse. Theoretisch könnte ich auch mit dem Taxi zurückfahren, aber neben dem fehlenden Geld dafür, würde ich nicht einen Meter von der Landschaft verpassen wollen.

Spät am Nachmittag komme ich zurück voller Vorfreude auf ein weiteres Lichtbad im Atlantik. Doch kein noch so wunderbarer Moment ist wiederholbar. Ist es der Unaufmerkamkeit oder doch einer leichten Erschöpfung nach der Wanderung geschuldet: die erste Welle, die auf mich trifft wirft mich direkt um. Der nachfolgende Sog verhindert, dass ich mich wieder aufrichten kann und schon greift mich die zweite Welle und wirbelt mich herum. Ich gewinne wieder Boden, schwimme in ruhigere Zonen und erhole mich von meinem Schrecken.

Für den Neujahrsabend, der gleichzeitig mein letzter Abend auf der Insel ist, wünsche ich mir ein stilvolles Dinner. Wenige Kilometer entfernt befindet sich die Hacienda de Abajo, ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das liebevoll als Hotel und Restaurant renoviert wurde.

Bereitwillig führt mich die Rezeptionistin durch das Haus mit seinen vielen Antiquitäten und dem wunderschönen Garten. Zum Abendessen ist es noch einen Moment zu früh und so genieße ich einen Aperitif an der Bar und erwarte in diesem Ambiente jeden Moment, Miss Marple um die Ecke kommen zu sehen.
Entsprechend gibt sich später auch das Restaurant , in dem ich ein ausgesprochen leckeres Menü serviert bekomme. Was für ein stilvolles Ende eines beeindruckenden Tages.

Und obwohl der Artikel nun schon ganz schön lang geraten ist, möchte ich gern noch ein paar Sätze zu der Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma schreiben. Hier verbringe ich die letzten Stunden vor meinem Abflug und bin ganz verzückt von ihr. Prunkvolle Stadtpaläste, lebendige Plätze, bunte Straßencafes sorgen für Flair.

Von der Seepromenade, wo sich die Wellen am Strand brechen bis zur Altstadt ist es nur ein Katzensprung.

Ich lasse mich einfach treiben. So entdecke ich auch das Inselmuseum, das in einem ehemaligen Franziskanerkloster residiert.

Ich staune über die Vielfalt von altem Handwerk bis zur zeitgenössischen Kunst, die hier ausgestellt ist und verweile einen Moment in der Inselbibliothek.

Danach schlendere ich durch die kleine Markthalle …

… amüsiere mich köstlich über den Weihnachtsbaum direkt neben den Palmen …

… trinke im Bistro La Placeta einen letzten Café con leche

und weiß eines genau: La Palma – wir beide sehen uns wieder …

Mein Schreibtisch am Meer – und wieder ein Jahresrückblick

Am Mittwoch bin ich umgezogen in ein Appartement ans Meer.
Zwischen zwei Bananenplantagen, am Ende einer Schotterpiste, bei der man, wenn man nicht aufpasst, direkt mit dem Auto im Meer landet, steht das weiße Haus. Zehn sehr kleine, schlichte Wohneinheiten birgt es. Eine Palme schmiegt sich dicht an die Hausmauer. Der Atlantik bricht sich unterhalb an den schroffen Felsen.

Meinen mobilen Schreibtisch habe ich so aufgestellt, dass mein Blick auf das Meer fällt, wenn ich ihn vom Laptop abwende. Heute vor einem Jahr hatte ich den Laptop mit Blick auf den Indischen Ozean aufgeklappt – der Inbegriff des Glücks für mich: einen Energieort am Meer zum Schreiben.

Und schon wieder ist es Zeit für einen Jahresrückblick. 2017 war nicht nur eines der intensivsten und spannendsten Jahre sondern auch eines, das für mich ganz besonders schnell vergangen ist.

Meine persönliche Rückschau auf dieses Jahr ist lang geworden, acht Seiten handschriftlich vollgekritzelt liegen vor mir. Es war das Jahr der „ersten Male“, mein „Ich geh-über–Grenzen-Jahr, in dem ich nicht nur in meinen Ausbildungen etwas gelernt habe, sondern weit darüber hinaus viel über mich erfahren habe. „Wer bin ich, wenn keiner zuguckt?“ Wie habe ich mich verändert?

Gar nicht so einfach, aus der Vielzahl der Erfahrungen, die wichtigsten Erkenntnisse zusammenzufassen

1. Freiheit will trainiert werden.
Sie ist nicht einfach nur da, sie will auch gesehen und gelebt werden. Es war gar nicht so einfach ein „Ich würde gern einmal“ in ein „Ich mach es jetzt einfach“ zu verwandeln. Mir selbst die Erlaubnis zu geben, viele Dinge auszuprobieren und mich nicht für eine Sache entscheiden zu müssen, war tatsächlich ein echter Lernprozess für mich.

2. „Es gibt keine Wahrheit, sondern nur Wirklichkeitskonstruktionen“
– diese These der systemischen Konstruktivisten hat mein Leben verändert. Das Wissen darüber, dass wir alle unsere eigenen Filme im Kopf haben, die nur unserer eigenen Wahrnehmung entsprechen und es damit kein Richtig und kein Falsch gibt, hat für mich vieles vereinfacht. Nicht nur im Miteinander, sondern auch im Umgang mit mir selbst. Den Blickwinkel zu verändern, wenn der Ausschnitt nicht passt, entspannt mich immer mehr.

3. Vertrauen in mich selbst und in meine Entscheidungen  haben.
Nachdem es am Anfang des Jahres noch ein „Weg von …“ war, wurde mir schnell klar, dass es viel mehr ein „Hin zu“ ist. Hin dazu, auch andere Menschen zu inspirieren, ihrem eigenen Weg zu folgen und sie dabei dann zu unterstützen. Das Handwerkszeug dazu habe ich in den verschiedenen Ausbildungen erlernt. Meine Erfüllung habe ich dabei gefunden, dass Gelernte auch anzuwenden und gemixt mit meiner Lebenserfahrung und Intuition als Coach und Trainerin meine ersten Schritte in die Selbständigkeit zu gehen.

4. Ganz bei mir selbst im „Jetzt“ zu sein.
Mein im Herbst besuchtes ZEN-Einführungsseminar wirkt nachhaltig nach. Sicher ist es wichtig und notwendig, Erkenntnisse aus der Vergangenheit zu ziehen und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Gleichzeitig ist es der Moment, in dem wir leben, der so kostbar ist. Die pure Präsenz aus der wir Energie tanken, bewußt sind und ganz bei dem sind, was wir gerade tun.

5. Dankbar für Familie und Freundschaft zu sein.
Nur im Austausch miteinander wachsen wir. Dies ist mir in diesem Jahr besonders bewußt geworden und so bin ich glücklich über all die Menschen, die mein Leben bereichern. Glücklich über all die Gespräche, die Diskussionen, die Momente, in denen wir uns aneinander gerieben haben und die Momente, in denen wir einander einfach nur zugehört haben und für einander da waren. Vielen Dank, dass es euch gibt.

6. Dinge mit eigenen Augen sehen, um sie zu verstehen.
Die wichtigste Reise im außen war für mich in diesem Jahr mein Besuch im Heiligen Land. Tatsächlich war es mir im Vorfeld ein wenig mulmig, allein nach Tel Aviv und Jerusalem zu reisen. Heute bin ich für diese Entscheidung sehr dankbar. Nicht nur, weil die Kultur, die Mentalität der Menschen, die unterschiedlichen Religionen und die einzigartige Landschaft so beeindruckend sind, sondern insbesondere, weil ich nun einen eigenen Eindruck davon habe, was ich bisher nur aus Berichterstattungen kannte. Sicher war es nur eine Momentaufnahme, die gleichzeitig für mich so wichtig ist. Ich erinnere mich an Sami aus Jerusalem, den ich fragte: „Was erzähle ich denn meinen Freunden zu Hause über das Heilige Land“ und er mir antworte: „Erzähl ihnen, was du hier gesehen hast und lade sie dazu ein, sich ein eigenes Bild zu machen“.

7. Meine Lust am Reisen mit der Lust am Erzählen verknüpfen.
Zugegebenermaßen ist diese Erkenntnis nicht neu. Doch ist einiges in diesem Jahr dazugekommen, meine Beiträge für den Newsletter von „Big five for life“ zum Beispiel. Gerade bauen wir einen Gastblog für den Connoisseur Circle auf, in dem ich über meine Reisen berichten werde. Und ab 8. Januar wird ein Podcast an den Start gehen „Ich mach’s jetzt einfach“, in dem ich Mut machen möchte, in die eigenen Kraft zu vertrauen und Träume in die Tat umzusetzen.

Damit habe ich schon den Bogen geschlagen ins nächste Jahr, das nur noch einige Stunden entfernt ist. Ich freu mich schon riesig darauf. Ab Ende Januar geht es für einige Monate auf Weltreise – wohin genau, davon werdet ihr hier lesen ☺

Ich wünsche uns allen einen wunderbaren Start in ein großartiges 2018, in dem wir uns mutig unsere Träume erfüllen.

Eure Yvonne

Abonnieren

Impressum