Yvonnes Reisen

What a wonderful world!

Laos und die 4000 Inseln im Mekong

Es ist soweit – ich verlasse Kambodscha, ein Stück meines Herzens lasse ich hier. Das Land hat mich tief berührt.

Doch weiter geht es – mit dem MiniVan Richtung laotische Grenze. Es ist noch zeitig am Morgen, als wir den kleinen Bus entern – sechs holländische Backpacker Jungs und ich. Mir wird der Sitz neben dem Fahrer zugewiesen, gute Aussicht inklusive.

Laos ist der einzige Binnenstaat in Südostasien eingebettet von Vietnam, Kambodscha, Thailand, Myanmar und China. Aufgrund seiner Lage war es Schauplatz vieler Kriege. Um 1850 wurde Laos wie Vietnam und Kambodscha französische Kolonie, 1954 errang das Land die Unabhängigkeit. Trotz das Laos versuchte, Neutralität zu bewahren, wurde es in den Vietnam-Krieg verwickelt. Seit 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos gegründet wurde, regiert die Laotische Revolutionäre Volkspartei das Land bis heute. Mittlerweile ist der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft vollzogen. Die Globalisierung hat auch Laos erreicht, ausländische Investoren stecken große Geldbeträge in das Land. Allen voran auch hier China ….

In. Stung Teng, kurz vor der laotischen Grenze halten wir. Zeit für Lunch und um die Reisenden neu zu sortieren. Für mich geht es zunächst nach Don Det, einer der viertausend Insel im Mekong an der laotisch-kambodschanischen Grenze.

An der halten wir dann auch kurze Zeit später schon an. Ich schnalle mir den Rucksack auf die Schultern und überquere zu Fuß die Grenze. Genauso schnell wie die Einreise, erfolgt auch die Ausreise aus Kambodscha. Wofür genau die 2 Dollar sind, die wir für den Ausreisestempel bezahlen, vermag keiner zu sagen.

Der Grenzstreifen ist breit, die Sonne brennt heiß. Als Erste unserer kleinen Gruppe am laotischen Schalter angekommen, reiche ich fröhlich meinen Pass in den ersten Schalter hinein, zahle 30 Dollar Visagebühr – übrigens wird die Höhe der Gebühr für jedes Land separat festgelegt- und erwarte die Rückgabe meines Passes. Doch Laos tickt anders. Mein Ausweis wird zur Seite gelegt, die Pässe der anderen kommen dazu.
Drei Grenzbeamte schauen in die Pässe, dann mal wieder in ihr Smartphone, dann wieder in die Pässe. Wir werden nacheinander nach gut einer Stunde aufgerufen. Diejenigen, die freiwillig noch 2 Dollar für die Trinkgeldkasse zahlen, erhalten ihr Visa. Einige weigern sich und stehen noch ohne Pass da.
Der israelische Arzt, der mir die Wartezeit angenehm verkürzt hat, zahlt meine 2 Dollar gleich mit und endlich, endlich geht es weiter. Zumindest theoretisch. Zwei Minibusse warten auf uns und es dauert gefühlte Stunden, bis wir uns neu sortiert haben. Zwei der Reisenden steigen schlussendlich In einen MiniVan Richtung Pakse. 12 andere in den viel zu kleinen zweiten Bus Richtung Don Det. Gepäck kommt aufs Dach. Für die Einheimische, die noch ein Stück mit uns fährt, finden wir auch noch einen Platz.

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Fähre nach Don Det, also das Langboot, in das wir uns und unser Gepäck verstauen. Doch der Ausblick entschädigt für alles. Breit liegt der Fluss vor uns, Dutzende von kleinen Inseln, Sandbänken und manchmal nur eine kleine Baumgruppe ragen daraus hervor.
Keine 10 Minuten dauert die Überfahrt und endlich erreichen wir unser Ziel.

Gepäck abgeworfen, lokale Sim-Karte gekauft, eine Kayak-Tour für den nächsten Tag mit meinem neuen Reisebekannten gebucht. Noch ein lokales Bier und ein leckeres Abendessen mit Flussblick und dann ist der Tag auch schon zu Ende: Welcome Laos.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen klettern wir in die Boote. Ungefähr 10 Doppelkayaks gleiten auf dem Mekong entlang. Es ist einer dieser Glückssplittermomente, den ich dabei erlebe.

 

Einige Kilometer später gehen wir an Land, klettern über schmale Holzbrücken und einen Abhang hinab, um hautnah an einen Wasserfall zu gelangen.

Die ganz Mutigen von uns nehmen ein erfrischendes Bad, bevor es weitergeht.

Der nächste Stopp an einer Bucht lädt uns alle zum schwimmen ein. Die Strömung ist auch hier nicht ohne, aber gut zu managen. Das Wasser im Mekong ist glasklar. Die Vielzahl der Wasserfälle und Strömungen verhindert einen grenzüberschreitenden Schiffsverkehr, so dass die Wasserqualität ausgezeichnet ist.


Wir haben uns ein leckeres Barbecue verdient, bevor es mit dem LKW weiter zum Khone Pha Pheng Wasserfall geht.

Donnernd rauscht hier das Wasser den Mekong hinab. Ist dies doch einer der größten Wasserfälle Südostasiens.

Im sicheren Gewässer dürfen auch wir wieder in unsere Kayaks klettern, um den gleichen Weg zu paddeln, den wir gestern mit der Fähre zurückgelegt haben.

Am frühen Abend erreichen wir „unsere“ Insel und ich bin fast ein wenig traurig darüber, dass es schon morgen in den Norden weitergeht: in die Tempelstadt Luang Prabang … Fortsetzung folgt

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  1. Liebe Yvonne,
    heute habe ich deine letzten beiden Blogeinträge gleich im Doppelpack gelesen.
    Was für Erlebnisse: Ein Besuch des „8. Weltwunders“ und „Paddeln“ auf dem Mekong!
    Yvonne, du hast ein echtes Talent zur (Reise)Verführerin:
    Deine Beschreibungen und die Fotos sind derartige Appetitmacher! Wundervoll!
    Und danke, dass ich auf diese Weise wieder mit dir mitreisen durfte.
    Schade, dass es an manchen Stellen so massentouristisch zugeht.
    Kompliment, dass es dir trotzdem immer wieder gelingt, die Plätze zu finden, an denen du dann doch die Kraft des jeweiligen Ortes spüren kannst.
    Liebe Grüße und eine erlebnisreiche Weiterreise wünscht dir deine
    Sylvia

  2. michael

    Freu dich auf Luang Prabang !
    … und vergiss nicht im Kaiphen zu essen …
    Lass dir dort auch das Jugendprojekt erklären.

    LG Michael

    • Yvonne

      Lieber Michael, ich hänge ein bisschen mit meinen Reiseberichten. Luang Prabang habe ich bereits verlassen, ein Stück meines Herzens ist dort geblieben. Das Kaiphen hatte leider geschlossen, als ich dort war. Ich kehre aber ganz sicher einmal zurück
      Liebe Grüße Yvonne

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